Dienstag, 11. Dezember 2007

Ein Wochenende in Paris und SKIFAHREN in Alpe d'Huez

Ja, man sieht es schon an der Überschrift... Ich war endlich SKIFAHREN !!! Und das auch noch in Alpe d'Huez. Wir (die deutsch-kanadische Erasmus-Truppe) haben uns bei Altigliss für den ersten sortie de ski der Saison angemeldet. Am Samstag um 7:30h sollte der Bus am Gare routière abfahren und als brave deutsche Staatsbürger waren wir natürlich schon um Viertel nach sieben da. Wir waren natürlich die allerersten... Hätten wir uns eigentlich denken können, dass die Franzosen erst um halb acht eintrudeln würden. Als wir dann endlich kurz vor acht losgefahren sind, hat es in Grenoble auch noch richtig geregnet. Aber eine Stunde später haben wir bemerkt, dass es scheinbar die ganze Nacht geschneit hatte. Und dann hat auch noch die Sonne geschienen... Wegen des vielen Neuschnees waren die meisten Pisten noch nicht richtig präpariert und einige Lifte waren noch nicht offen. Außerdem hat man vormittags auch immer wieder einen lauten Knall gehört - immer, wenn wieder eine Lawine gesprengt wurde. Einmal haben wir sogar eine abgehen sehen. Ziemlich unheimliches Gefühl. Alles in allem war das ein sehr schöner Tag und ich freue mich schon wieder aufs nächste Mal Skifahren...

Hier mal ein paar Impressionen:



Zum Beweis, dass ich wirklich da war:
Das war unsere Gruppe (mehr oder weniger vollständig):
Bastian, Tonia, ich, Michael, Marie-Pierre und Alex
Eigentlich wollten wir ja auch am Sonntag noch einmal Skifahren gehen, aber aufgrund von akutem Muskelkater und der Abschlußpräsentation in Stratégie d'entreprise haben wir das dann doch gelassen...


Das Wochenende waren Ferdi und ich in Paris, um Vivien zu besuchen (und "nebenbei" die Stadt ein bisschen anzuschauen und vielleicht sogar ein paar Weihnachtsgeschenke zu besorgen)...

Nach den 2h Fahrt mit dem TGV und dem Abendessen haben wir uns dann noch entschlossen, zum Eiffelturm zu fahren und den mal bei Nacht anzuschauen. Als wir dort angekommen sind, war es schon fast 23h und somit waren wir die letzten, die nach oben gefahren sind (und das ohne Anstehen :) ) und den Ausblick vom fast leeren Turm aus genießen konnten...

Am nächsten Tag sind wir dann zum Centre Pompidou gelaufen und dank einer Freundin vom Vivien konnten wir das gesamte Gebäude mitsamt sämtlichen Ausstellungen besichtigen, ohne irgendwo anstehen und Eintritt bezahlen zu müssen...

Außerdem haben wir uns auch noch Notre-Dame angeschaut (zwar nur von außen, aber immerhin) und sind noch ein bisschen umhergelaufen. Weihnachtsgeschenke habe ich zwar nicht gefunden, aber schön wars trotzdem...

Am Sonntag haben wir dann noch den Louvre unsicher gemacht, allerdings sind auch noch jede Menge anderer Leute auf diese Idee gekommen (es war nämlich der erste Sonntag des Monats, an dem sämtliche Museen in ganz Frankreich keinen Eintritt verlangen und die Museen deshalb noch voller sind als normal). Aber die Mona Lisa haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen...


Und diese Woche erwartet mich jede Menge Arbeit (Abschlußpräsentation in Stratégie, Essay in Géopolitique und jede Menge Lernen für die Prüfungen nächste Woche, weil das Semester endet ja schon in der Woche vor Weihnachten)...

Montag, 26. November 2007

Nochmal die Bastille, ein Kampf gegen die Windmühlen der ESC-Administration und ein Wochenende in Rennes

Jetzt komme ich auch mal wieder dazu etwas zu posten. Hat ja auch lange genug gedauert. Naja... Aber jetzt habe ich dafür auch einiges zu berichten.

Vorletztes Wochenende bin ich am Sonntag spontan mal wieder auf die Bastille hochgestiefelt und habe auch ein paar Fotos gemacht, weil man dieses Mal auch endlich die Berge richtig erkennen konnte und kein fieser Nebel mehr war.

Das hier ist das Postkartenmotiv schlechthin und ich habe extra noch gewartet, bis die Seilbahn wieder auf dem Weg nach oben war... :)


Ich bin zur Abwechslung auch mal auf einem Foto drauf. Wenn auch leicht unvorteilhaft (blöder Wind)...
Dann hab ich auch noch das fotografiert, was meiner Meinung nach ein ziemlich großer Parkplatz ist (links neben den Hochhäusern). Ich wurde auch schnell belehrt, dass das wohl eher eine Art Dauerparkplatz, nämlich ein Friedhof, ist. Kann passieren bei leichter Kurzsichtigkeit und mit Brille daheim (braucht man ja nicht auf einer Wanderung)... :)

Dann mussten wir letzte Woche die Kurse für die erste période des nächsten Semesters wählen. Also eigentlich hat uns unser Koordinator gesagt, dass er eine Mail schreibt, wenns soweit ist, aber bis heute haben wir keine bekommen. Wenn nicht einer von den anderen hingegangen wäre, wären wir immer noch unwissend. Wir wurden einfach vergessen. Und dann hieß es, wir sollen die Kurse im Laufe der Woche bei Carole wählen. Nur leider hat sie uns eröffnet, dass viele der Kurse schon voll seien und so sind nur noch die "Ladenhüter" offen. Nachdem ich ja einen leicht seltsamen Geschmack habe, was meine Fächerwahl angeht, waren von meinem halben S-Fach noch 2 von 3 Kursen zu haben. Aber in Finance approfondie etc. konnte ich leider nicht mehr hinein. Es ist ja nicht so, dass wir wussten, wann wir was wählen müssen... Ich hätte kein Problem damit gehabt, mich online wie die Franzosen für die Fächer einzuschreiben, aber erst vergessen zu werden und anschließend heißt es, jetzt ist alles voll, finde ich ziemlich daneben...

Letztes Wochenende bin ich dann am Donnerstag zu Ferdi nach Rennes gefahren. Das war aufgrund des Streiks der Eisenbahner, der da eigentlich schon vorbei war, auch nicht gerade einfach. Ich bin extra am Montag Abend zum Bahnhof um zu fragen, ob der TGV von Lyon nach Rennes fährt. Der erste SNCF-Mensch hat gesagt, der fährt nicht, und dann habe ich mich eben in die Schlange am Schalter eingereiht um meine Fahrkarten zurückzugeben. Die Frau am Schalter hat aber noch einmal nachgesehen und mir dann gesagt, dass der Zug doch fährt.
Am nächsten Morgen (um 10 vor 7) saß ich dann auch in meinem Regionalzug nach Lyon (ich wollte nicht über Paris fahren und da von Bahnhof zu Bahnhof gondeln...) und der ist zumindest pünktlich losgefahren. Leider aber nicht pünktlich angekommen, sondern 35 Minuten zu spät und zwar genau zu der Zeit, zu der der TGV abfahren sollte. Ich habe also sämtliche Anzeigetafeln angeschaut, aber da stand er nicht (mehr) drauf. Also bin ich zu den SNCF-Typen hin und habe gefragt, was ich jetzt machen soll. Der eine meinte, ich müsse über Paris fahren und dann da zum anderen Bahnhof. Er hat mir auch gleich ein Erste-Klasse-Ticket für den TGV nach Paris in die Hand gedrückt. Den habe ich dann auch noch gerade so erwischt und so bin ich doch noch über Paris gefahren. Ich glaube, der Zug von Lyon nach Rennes ist überhaupt nicht gefahren, weil sonst hätten die mir nicht so mir nichts dir nichts ein anderes Ticket gegeben...

Dann war ich also am Donnerstag rund eineinhalb Stunden später als geplant in Rennes, wo Ferdi mich abgeholt hat, und wir sind mit der fahrerlosen Mini-U-Bahn zum Wohnheim gefahren.
Am nächsten Tag sind wir dann durch Rennes gelaufen - das Stadtzentrum ist très joli, aber nicht groß und abends waren wir mit noch ein paar anderen Leuten Crêpes / Galettes essen. Sehr lecker... :)

Hier noch ein paar Impressionen aus Rennes:




Und nächstes Wochenende gehts dann nach Paris, den Vivien besuchen...

Mittwoch, 7. November 2007

La Bastille de Grenoble



Ferien und gleich wieder Wochenende

Die Ferien habe ich gut hinter mich gebracht und nach ganzen 4 Unterrichtsstunden am Montag und Dienstag habe ich heute (am Mittwoch) bereits wieder Wochenende... :)

Es existiert ja das Klischee, Erasmus-Studenten hätten keinen Stress in der Uni, sondern würden die ganze Zeit nur irgendwelche Freizeitaktivitäten aneinanderreihen. Aber soweit es mich bzw. auch die anderen hier in Grenoble angeht, so trifft dieses Klischee auch voll und ganz zu. In der Uni werden uns die Punkte förmlich nachgeschmissen und wenn man irgendwelche Probleme hat oder Arbeiten später abgibt, ist das auch nicht soo schlimm. Wo wir gerade schon beim Thema Klischees sind: wir bedienen hier auch die Klischees, die die Franzosen gegenüber den Deutschen haben... "Ils sont très productifs, les Allemands." Um nur eines zu nennen.

Was auch ungewohnt ist, ist, dass die Franzosen im Unterricht ständig alles hinterfragen. Aufgabe in Finances: jemand nicht einen Kredit über 100.000€ mit einer Laufzeit von 5 Jahren auf... "Warum?"
Aber Finances ist sowieso streckenweise sehr amüsant, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. In der Stunde nach dem Test hat die Dozentin ein Opfer gebraucht, das eine Riesenaufgabe an der Tafel rechnet und dann hat sie jemanden aus ihrer Liste aufgerufen. Das war Henri. Vorlaut wie immer wollte er natürlich wissen, warum sie ausgerechnet ihn ausgesucht hat. Darauf meinte sie dann, dass er der einzige sei, der den Test nicht bestanden hat, aber in dieser Stunde da sei...

Doch jetzt erst mal zu den Ferien. Ferdi war ja hier in Grenoble und eigentlich haben wir nicht soo viel gemacht. Wir waren öfter mal in der Stadt und sind auch einmal zur Bastille hochgelaufen. Das werde ich aber so schnell nicht mehr machen, weil Wandern und dann auch noch bergauf macht mir einfach keinen Spaß... Aber dafür hab ich auch mal wieder ein paar Fotos gemacht.
Außerdem waren wir noch bei der Ikea, die hier vor etwa zwei Wochen aufgemacht hat und ich habe noch ein paar Kleinigkeiten für mein Zimmer besorgt.
Ansonsten war in den Ferien eigentlich nicht wirklich viel los, da fast alle anderen nach Hause gefahren oder geflogen sind.

In zwei Wochen fahre ich dann für ein Wochenende nach Rennes, um Ferdi zu besuchen und Rennes unsicher zu machen. Und das Wochenende danach fahren wir beide nach Paris, um Vivien zu besuchen (er wohnt mitten in der Stadt) und eventuell die ersten Weihnachtseinkäufe zu machen. Darauf freue ich mich jetzt schon... :)

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Gestern waren wir in Stratégie in einem Hotel in der Nähe der Uni, weil die Uni nicht genügend Platz für alle Kurse hat (deshalb bauen sie neben meinem Wohnheim noch ein Riesengebäude mit Seminar- / Vorlesungsräumen - daher auch der alltägliche Baustellenlärm). Das hatte den Charme einer ausgebauten Garage... Und der Prof is auch irgendwie ziemlich strange drauf (ich möchte nicht wissen, was der nimmt... :) ). Auf einmal hat er angefangen, komische Tänzchen aufzuführen und doppeldeutige Bemerkungen zu machen...

Heute hatte ich meinen ersten Test - ein sogenanntes contrôle continu. In Finances. Ist auch ganz gut gelaufen bis auf ein paar kleine Dummheiten. Ich sollte mir wieder angewöhnen ab und zu die Blätter meiner Nachbarn anzuschauen. Das scheint hier gang und gäbe zu sein - zumindest wusste Antoine (derjenige, der neben mir saß) nach dem Test besser über meine Ergebnisse Bescheid als ich...

Noch morgen eine Doppelstunde Finances und dann sind hier FERIEN ! Eine Woche lang... :) Ferdi kommt mich besuchen und wir werden dann auch ein paar Ausflüge machen auf die Bastille und wahrscheinlich nach Annecy und zum Lac d'Annecy. Das wird bestimmt ganz schön, nur hoffentlich ist das Wetter dann wieder besser (hier verschwindet alles im Nebel)...

Und nach den Ferien, wenn alle wieder da sind (die meisten Deutschen, Ösis etc. fahren heim), fahren wir hoffentlich bald mal nach Les 2 Alpes aufn Gletscher zum ersten Skifahren der Saison. Da freu ich mich schon drauf... :D
Anfang Dezember fangen dann die offiziellen Skiausflüge an (@Kathrin :) ).

Samstag, 20. Oktober 2007

Eigentlich nichts spezielles...

So, sitz mal wieder an einem Samstag in der Uni... Zum einen, um endlich mal ein bisschen was für Finances zu lernen (nächsten Donnerstag ist der erste Test) und zum anderen, um einen Tatort runterzuladen. Denn hier schmeißt mich das Internet nicht des öfteren raus wie im Wohnheim und macht meine Downloads zunichte.
Am Mittwoch habe ich endlich einen lang ersehnten Brief von der CAF (Mietbeihilfe vom französischen Stast) bekommen, aber leider wollten sie mir nicht mitteilen, wieviel Geld ich monatlich bekomme, sondern nur, dass ihnen noch ein Wisch vom Wohnheim fehlt. Also bin ich mal wieder zu den unfähigen Tussen im Verwaltungsbüro gestiefelt, um mir dann anhören zu dürfen, sie hätte mir das Blatt schon gegeben. (Hat sie nicht... Sie hat gesagt, dass das schon ans CAF geschickt worden wäre.) Die eine von den beiden in dem Büro sitzt immer nur da und versucht beschäftigt auszusehen. Der einzige, der da wirklich arbeitet, ist der nette Hausmeister.

Anschließend war ich dann bei der Post und habe dank eines sehr freundlichen Postangestellten auch endlich den Briefmarkenautomaten gefunden. Ich dachte schon, dass so etwas hier gar nicht existiert und ich mich in dieser Riesenschlange einreihen müsste.

Abends war ich dann noch mit Anna und Caro (beide auch aus Deutschland) beim Carrefour zum Einkaufen. Wir sind um 17h hier an der Uni weggefahren und waren erst nach 8 wieder zurück. Anschließend haben wir dann noch zusammen gekocht, was auch sehr lecker und vor allem lustig war, weil man hier schon sehr improvisieren muss. Besonders, seit mein Esstisch kaputt ist. Außerdem hat natürlich auch keiner mordsmäßig viel Geschirr und Besteck dabei.
Abends war dann wieder die übliche Donnerstagabend-soirée... Aber die haben wir diese Woche boykottiert, weil eigentlich keiner Lust darauf hatte. Da hat man nämlich farbige Armbänder bekommen, je nach Beziehungsstatus. Einer der Franzosen aus meinem TD meinte, das sei "le soir le plus sale" des ganzen Jahres. Da könnte er recht haben...

Dann hat gestern die Finances-Dozentin (ziemlich unfähig, wenn ihr mich fragt - lässt sich sehr leicht aus dem kaum vorhandenen Konzept bringen) dann auch schon bemerkt, dass in ihrem Kurs zwei Nicht-Franzosen sitzen - fragt sich, ob das ein Kompliment (sprechen wir sooo gut französisch?) oder eine Beleidigung (Tonia hat einer Französin erklären müssen, dass ihr Taschenrechner sehr wohl Potenzen ausrechnen kann...) war. Sie hat uns auch gleich angeboten, dass wir jederzeit zu ihr kommen können, wenn wir etwas nicht verstehen. An sich sehr nett, aber äh... nein. Verwirren kann ich mich auch selbst ganz gut.

Tja, und die französische Rugby-Mannschaft, die letzten Samstag gegen England im Halbfinale der WM ausgeschieden ist (warum sollte es den Franzosen auch besser gehen als den Deutschen letztes Jahr...), hat gestern auch noch das kleine Finale gegen Argentinien verloren... Also kein Autokorso gestern Abend hier in Grenoble.

Heute vormittag war ich dann noch in der Stadt, um Geschenke einzukaufen, da bald 2 Geburtstage anstehen und ich folglich ein Paket losschicken muss. Ich bin in die Stadt gelaufen und habe festgestellt, dass es innerhalb der letzten 2 Tage so richtig kalt geworden ist. Es hat hier nur noch knapp 10 Grad, letzte Woche waren es noch 20...

Ja, und nächsten Dienstag oder so werde ich dann mal die Ikea heimsuchen, die hier letzte Woche aufgemacht hat...

Ich werde auch mal wieder ein paar Fotos machen und hier reinstellen...

Montag, 15. Oktober 2007

Wieder eine Woche vorbei...

Ja, wieder ist eine Woche um... Ich sitze gerade in der Uni wegen unserer deutsch-französischen Koproduktion für Design. Wir müssen da eine Verpackung für ein Pulver oder eine Flüssigkeit entwickeln und haben uns für Sirup entschieden. In Frankreich gibts den immer und überall, sogar im Bier (ähnlich wie Berliner Weisse). Wir müssen auch ein passendes Logo entwickeln und da wir uns für ein Bioprodukt entschieden haben und es hier keine Bionade gibt, haben wir gleich mal das Logo davon abgekupfert... :)

Außerdem hatte ich ja letzte Woche drei Doppelstunden Gestion des Opérations (=Operationsmanagement) hintereinander und ich muss sagen, das hätte man wirklich alles auch in der Hälfte der Zeit schaffen können. Das war so eine Art Planspiel und man musste zuerst einmal alle möglichen Sachen mit verschiedenen Farben auf ein Plakat malen (das hatte ein bisschen was von Grundschule...).

Am Donnerstag waren wir dann auf einer soirée, die von einer Association organisiert wurde. Man musste im Vorverkauf ein Ticket für 10 Euro dafür kaufen. Darin waren dann Hin- und Rückfahrt, Eintritt, Garderobe und 4 Freigetränke (der übelsten Mischung...) enthalten. Ich dachte immer, dass in Deutschland ja auch ordentlich die Post abgeht, aber das hier stellt ja alles in den Schatten. Das war hier Komasaufen vom feinsten... Auf dem Rückweg im Bus wurden beim Einsteigen vorsichtshalber (zurecht!) riesige Kotztüten verteilt. Naja, das scheint hier dazu zu gehören, weil die soirée in der Woche davor hatte das Motto "Veni, vidi, vomi". Treffend.

Im Moment sitze ich in der Uni (obwohl ich heute eigentlich keinen Unterricht habe) und versuche krampfhaft, mich nicht mit Stratégie beschäftigenzu müssen. Aber hier zu sein hat auch Vorteile, hier kann ich nämlich schneller downloaden als im Wohnheim und die Verbindung ins Internet ist stabiler...

Ach ja, noch 2 Wochen und dann hab ich eine ganze Woche frei ! Hier sind nämlich Ferien... Heute fängt doch das Semester in Deutschland an, oder? :)

Samstag, 6. Oktober 2007

Der Alltag hält Einzug...

So, dann schreibe ich auch mal wieder was...
Ich habe hier in der Uni seit einer Woche einen Assistentenposten im Département "Langues Vivantes" und arbeite für einen der Deutschdozenten. Das heißt, ich erstelle Excel-Tabellen und Powerpoint-Präsentationen und werte Multiple-Choice-Tests aus. Ich mache also alle anfallenden Hilfsarbeiten. :) Das beste daran ist aber, dass hier ein Hiwi wesentlich besser bezahlt wird als in Deutschland (4€ mehr pro Stunde) und dass ich die Arbeiten zu Hause erledigen kann. So kann ich mir was dazuverdienen, was nicht schlecht ist auf einem teuren Pflaster wie Grenoble, und dann auch öfter mal den Ferdi in Rennes besuchen...
Als er letztes Wochenende hier war und wir einen Film angeschaut haben, ist plötzlich die Glühlampe von der Decke gefallen. Sowas ist mir auch noch nie passiert... Anscheinend war irgendein Trottel zu dämlich, die Lampe richtig zu handhaben (die Lampen hier haben kein Gewinde...) und so durfte ich mich hier auch schon als Heimwerker betätigen.
Außerdem muss ich dieses Wochenende auch ziemlich viele Hausaufgaben machen. Zum Beispiel für Géopolitique (ähnliches Feeling wie im Geschichtsgrundkurs damals :) ), da müssen wir 15 Seiten über den Nahostkonflikt durcharbeiten und auch noch die Interessen der verschiedenen Seiten schriftlich festhalten. Heute hab ich mich noch erfolgreich darum gedrückt... Mein Stundenplan, der jede Woche anders ist, ist ein bisschen blöd, weil ich fast jede Woche zwei Tage komplett frei habe, aber an einem dafür von 8-18h. Der kommende Dienstag wird wieder so ein Tag und das bedeutet, dass ich 6 (!) Stunden Management opérationnel und 4 Stunden Stratégie d'entreprise habe. Naja, ich freu mich jetzt schon... Zudem gibt es hier auch keine Vorlesungen (die muss man sich zu Hause auf DVD am PC anschauen), sondern nur TDs (Übungen) , in denen wir größtenteils Case Studies in Gruppen bearbeiten oder wie in Design eine Verpackung entwickeln müssen. So langsam lerne ich auch die Franzosen aus meinem TD kennen und die meisten sind auch echt nett. Allerdings frage ich mich auch des öfteren, was die Franzosen in den zwei Jahren classe préparatoire machen, bevor sie dann auf die ESC dürfen, weil in Finances stellen sie sich teilweise schon arg an...
Gestern Abend waren wir Deutschen (und auch die Österreicher) in einem Pub auf einer "Oktoberfestparty" oder dem, was die Franzosen für die Wiesn halten. Sie hatten Erdinger Weißbier (und sogar an die 5 passenden Gläser) sowie normales Bier in 5 Maßkrügen (oder wie die eine Französin gemeint hat, "Bierbecher"). Die Musik war aber das Beste. Ab und zu kamen "Ein Prosit der Gemütlichkeit" und andere wiesntypische Schmankerl, aufgelockert durch kölsche Karnevalsmusik, was die Ruhrpöttler unter uns gefreut hat. Außerdem haben uns schon einige Franzosen stolz erzählt, was sie alles für deutsche Bands kennen: als erstes mal Rammstein (das scheint hier jeder zu kennen) dicht gefolgt von den Scorpions. Aber der absolute Oberknaller ist hier ja im Moment Tokio Hotel. Hier hängen auch überall Plakate von denen...

Samstag, 29. September 2007

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Schnee !!!

Dieses Wochenende besucht mich der Ferdi... :)
Gestern hats hier den ganzen Tag nur geregnet (das hat super zu meinem Gesundheitszustand gepasst - ich bin ziemlich erkältet...). Aber als wir heute in die Stadt gelaufen sind, hat man wieder die Berge gesehen. Und auf denen lag tatsächlich Schnee! Ziemlich cool, vor allem, weil es in der Stadt, die ja nur auf ca. 200m liegt, so warm war, dass man ohne Jacke / im T-Shirt rumlaufen konnte. Und außenrum auf den Berggipfeln, die man praktisch von überall sieht, lag Schnee. Ich freue mich wirklich schon auf den Winter, wenn wir hier die Pisten unsicher machen... :) Deshalb habe ich ja extra meine Skiausrüstung mitgenommen.
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Montag, 24. September 2007

Integration-Weekend (WEI) in Port Leucate - "Beschränkt lustig", aber interessant

Am letzten Donnerstag wars soweit: das WEI stand uns bevor... Wohin es gehen sollte, wussten wir bei der Abfahrt noch nicht. Die ERASMUS-Studenten wurden jeweils zu fünft einem der 16 Busse zugeteilt und ich war im Bus der Associations Dolce Vita, Network und Forum. Sobald wir auf der Autobahn Richtung Süden waren, gings dann auch schon los: jede der beiden Reihen im Bus bekam eine 1,5l-Flasche mit irgendeiner hochprozentigen Mischung und welche Reihe die Flasche zuerst leer hatte, hatte logischerweise gewonnen. Das Spielchen wurde dann noch ein paar Mal wiederholt und so waren die meisten bei der ersten Raststätte dann auch scho gut beinander. In meinem Bus waren auch noch nen paar Franzosen, die an jeder ihrer Gürtelschnallen einen Flachmann befestigt hatten. Sehr chic...
An der zweiten Raststätte war dann der erste so betrunken, dass er nur noch auf dem Boden lag und seinen Mageninhalt dem Boden / einer Tüte anvertraut hat. Nach 6 Stunden Fahrt (im Jahr davor waren es wohl 12 Stunden und bei der Ankunft wurden die ersten gleich von der Ambulanz abtransportiert) waren wir endlich in Port Leucate und haben die Bungalows bezogen... Nach einem recht spartanischen Abendessen stieg dann die erste der drei soirées (Dresscode: schwarz-weiß). Viel Alkohol haben die meisten zwar nicht mehr gebraucht, aber getrunken haben sie ihn trotzdem (es war ja schließlich alles umsonst). Die Party war echt ganz gut, nur die Musik war nicht ganz so meins. Wenn man gerade mal nicht tanzen wollte, konnte man auch raus an den Strand, wo die Securities dafür gesorgt hat, dass kein Betrunkener auf die Schnapsidee kam, noch ein kleines Bad zu nehmen.
In einer unserer zahlreichen Tanzpausen saßen Tonia und ich dann draußen und prompt kam der erste Franzose und hat uns angesprochen. Als wir zu ihm gesagt haben, er solle doch bitte nen bisschen langsamer sprechen, hat er gleich auf englisch umgestellt und ich habe vorher noch nie einen Franzosen so gut englisch sprechen hören...
Am Freitag gab es dann erst mal Brunch und anschließend konnte man an allen möglichen Sommervergnügungen von Sumoringen bis hin zu Schlammcatchen teilnehmen. Es war nur ein bisschen zu kalt für sowas.
Um halb 6 durfte dann der erste Alkohol des Tages offiziell ausgeschenkt werden und zwar beim Pot mousse. Wie der Name schon sagt, war das eine Schaumparty... Leider waren meine Flipflops in Deutschland und so habe ich diesem Vergnügen nur zugeschaut und mich an meinem Sekt festgehalten.
Während des Abendessens haben die Mitglieder des Bureau des Élèves, die das WEI organisiert haben, den Schaum bewundernswert schnell entfernt und die Leinwand für das JT, so eine Art Reportage über das bisherige WEI aufgebaut. Im JT waren hauptsächlich Szenen aus den Bussen zu sehen und es scheint hier Volkssport bei den Jungs zu sein, den Hintern her zu zeigen...
Die soirée des Abends stand unter dem Motto vert fluo und deshalb sollten auch alle Klamotten wenn möglich grün sein. An dem Abend hat ein Norweger seinen ersten (von zwei) Totalabstürzen an dem Wochenende und ist nackt durch etliche Bungalows geschwankt (meiner war zum Glück net dabei) und wurde dabei ausgiebig gefilmt. Am nächsten Tag ist er dann zu den Leuten, die die JTs zusammengeschnitten haben und hat gebettelt, dass sie ihn da nicht zeigen, weil ihm sein Verhalten wohl sehr peinlich war. :) Außerdem hat er sich bei jedem für eventuelle Unannehmlichkeiten entschuldigt - egal ob er die Person kannte oder nicht...
Am Samstag konnten die Wagemutigen dann von einem Kran aus Bungeejumpen. Nach dem Apéro und dem Abendessen war vor der eigentlichen Party wieder JT und Party von Altigliss (die organisieren die Skiausflüge...). Auf der Party sind wir eigentlich hauptsächlich vor einem Engländer geflohen, der es immer total super fand, wenn er herausgefunden hat, dass jemand aus Deutschland war. Er konnte ja schließlich Deutsch - dummerweise eben nur aus Kriegsfilmen und sein Vokabular ging nicht über "Hände hoch" hinaus. Er fand sich toll. Die anderen Engländer waren noch krasser drauf als die härtesten der Franzosen. Die haben 3 Stunden pro Tag geschlafen und den Rest des Tages waren sie betrunken und ungeheuer charmant (dachten sie zumindest).
Und gestern gings dann nach ganzen 2 Stunden Schlaf wieder zurück nach Grenoble...